Ob man das Areal rings um die Stadthalle, insbesondere in Richtung EEC, städtebaulich besser hätte gestalten können? Wahrscheinlich ja. Weder das Seniorenheim am Humboldtplatz ist wirklich durchdacht – wer baut schon ein Seniorenzentrum mit großer Treppenanlage – noch die gegenüberliegende Bebauung, in der vor allem Wohnungen entstanden sind, deren Bewohner heute vehement gegen die Bebauung am Hotel sind, ist ein städtebauliches Highlight. Insbesondere dieser Gebäudekomplex war an dieser Stelle aus der Rückschau ein Fehler. Gedacht war er, um die Innenstadt durch attraktive Einzelhandelsgeschäfte mit dem EEC zu verbinden. Dieser nachvollziehbare Gedanke scheiterte schon im Ansatz, da die Festsetzungen des Rates seinerzeit leider nicht konkret genug waren, wie wir heute wissen. Daran ändern können wir heute nichts mehr.

Was blieb war eine Erweiterungsfläche des Hotels, sowie ein kleiner Platz, der als Geheimtipp den besten Blick über das Wehr bieten sollte. Die Erweiterungsfläche sah immer schon vor, dass die Bewohner des Gebäudes am Humboldtplatz ihren Blick auf die Ems verlieren sollten und dass das Gebäude – innerstädtisch eigentlich normal – dicht heranrücken würde. Was blieb war ebenfalls eine verdreckte Fläche, sowie ein Geheimtipp für abendliche Trinkgelage, ein nächtlicher Angstraum ohne jede Aufenthaltsqualität. Wirklich retten konnte man städtebaulich an der Stelle nichts mehr, so dass man allenfalls die ohnehin erlaubte Bebauung effizienter ausgestalten konnte. Das haben CDU und FDP mit dem geänderten Plan ermöglicht. Wohnen in der Innenstadt ist ein Ziel aller Fraktionen, komischerweise nur hier nicht. Die umweltrechtlichen Belange sind mit der zuständigen Umweltbehörde geklärt, statt des kaum sichtbaren Aussichtsplatzes muss der Bauherr einen gut erkennbaren Aussichtsbalkon erstellen, um die Stadtansicht über das Wehr zu ermöglichen. Das Gebäude selbst ist im Gestaltungsbeirat der Stadt nicht kritisiert worden und muss sich durch Rücksprünge zur Ems hin zurücknehmen. Es entsteht damit ein Baukörper, den es so oder so ähnlich bereits heute schon mehrfach an der Ems im innerstädtischen Bereich gibt.

Als der Antrag des Investors auf Änderung des Bebauungsplans an uns herangetragen wurde, war unsere Frage daher lediglich, ob etwas gegen die Änderung spricht. Das sehen wir bis heute nicht. Das hat weder etwas mit Gefälligkeit noch mit Klüngel zu tun, sondern ganz einfach mit unserem Selbstverständnis, dass einem privaten Investor nur dann Steine in den Weg gelegt werden sollten, wenn sachliche Argumente dagegensprechen. Nur weil CDU und FDP hier eine andere Auffassung haben, als die anderen Fraktionen, ist das ganz sicher keine Grundlage für die völlig aus der Luft gegriffene Behauptung, sachfremde Erwägungen hätten uns geleitet. Diesen Vorwurf haben uns nicht einmal die anderen Fraktionen gemacht, da wir in der Vergangenheit immer wieder bewiesen haben, dass es uns stets um die Sache und nie um persönliche Belange gegangen ist.

Andree Hachmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion Rheine

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